Das ABC der tricksenden Wirtschaft

Cap & Trade

Nehmen wir erst mal den Begriff auseinander:
Cap (Deckel): ... steht für das oben erwähnte Limit, das Staaten setzen. Das Cap gibt die Gesamtemissionsmenge an, die in die Athmosphäre gepumpt werden darf.

Trade (Handel): ... ist das, was die "Lösung" so interessant macht. Spürt einer der erwähnten Produzenten das Bedürfnis, seiner Arbeit nachzugehen, (kann dies aber nicht, weil ihm vom Staat nicht erlaubt ist zu produzieren, es würden ja Emissionen entstehen) ist er in der Lage zur entsprechenden Behörde zu gehen und sich die Erlaubnis zu holen CO2 (o.ä.) zu emittieren. Diese Erlaubnis besteht in der Form von Zertifikaten, die (und jetzt kommts) Geld kosten. Es sieht also folgendermaßen aus:

Produzent darf nicht produzieren >> Produzent will produzieren >> Produzent kauft Zertifikate >> Produzent produziert (juhu!) >> CO2 entsteht (ups!) >> Produzentzertifikat ist abgelaufen (hahaaa!) >> Produzent darf nicht produzieren >> ...

Erkennst Du den Kreislauf?

Es werden Treibhausgase in die Athmosphäre gepumpt bis es dem (ich nenn ihn mal) Schuldigen nicht meht erlaubt ist, dann kauft er neue Zertifikate und darf weiter fleißig pumpen.
(Hier kannst Du das noch einmal im Kontext durchlesen)

Manufactured Demand

... nennt sich die künstliche Herstellung von Nachfrage durch Produzenten bzw. deren Marketingabteilungen. Im Rahmen dieser Strategie wird dem Konsumenten (Diiihiiier!!!) eingeredet, dass Du ein bestimmtes Produkt brauchst, obwohl es eigentlich nicht notwendig ist, es zu kaufen. Das kann entweder sein, weil Du es draußen gratis bekommen könntest (vgl. Leitungswasser) oder weil es sich um ein Produkt handelt, dass eigentlich einen schon erfüllten Zweck erfüllt (Beispielsweise eine USB-Lampe für den Computer).

Perceived Obsolescence

Die Strategie mit dem wundervollen Namen "Perceived Obsolescence" (Obsolescence = Veraltung) ist am einfachsten mit der Modeindustrie zu verbinden. Schauen wir mal zurück auf die Mode der 80er... Zuende den Kopf geschüttelt? Warum distanzieren wir uns so von den Klamotten, die damals getragen worden? In den 80ern, in denen die Modeindustrie schon lange am Schaffen war, galten jene Frisuren und jene Klamotten zum Standard für moderne Menschen! Jetzt sehen wir ganz anders aus und sind (selbstverständlich) unglaublich glücklich damit. Aber wie ist dieser doch relative Sprung von den 80ern 'A' nach Heute 'B' entstanden? Hmm?
Ganz einfach: "Perceived Obsolescence" bzw. ... Mode.
Uns wurde gesagt, was man besitzen muss um 'up-to-date' zu sein. Ähnlich dem Prozess, der beim Manufactured Demand verfolgt wird, wird hier dem Konsumenten klar gemacht, dass er konsumieren/kaufen muss, um nicht obsolet (veraltet) zu sein. Schweinerei eigentlich, aber man merkts ja nicht...
Ach, und Ja! Die Mode aus den 80ern wird jetzt langsam wieder modern! Kein Wunder, nachdem alle Welt, ihre alten Fummel weggeschmissen hat.

Planned Obsolecsence

Die Strategie "Planned Obsolescence" ist die große Schwester der "Perceived Obsolescence" und baut auf ähnlichen Prinzipien auf. Nur geht es hier nicht mehr darum, etwas veraltet wirken zu lassen, sondern darum, etwas auf lange Zeit unbrauchbar zu machen oder kurz und knapp ausgedrückt, etwas schnell kaputt gehen zu lassen.
Es werden also Produkte hergestellt, die von Anfang an nur eine sehr kurze Gebrauchsspanne haben, so sieht man es bei Handyakkus oder Turnschuhen. Vielleicht kennst Du ja ein paar Skater. Frag sie mal, wie viele Schuhe sie jährlich verbrauche und ob sie sich freuen würden, wenn die Industrie stabilere Skateschuhe produzieren würde!
So wird der Konsument gezwungen immer und immer wieder das gleiche (oder ähnliche, falls es doch die neuere hübschere Version gibt) Produkt zu kaufen, weil es viel zu schnell kaputt geht.